Jan. 10, 2026

Begrüßung durch die FDP-Kreisvorsitzende Britta Voll.
Bericht von Tina Seuchter, FDP Zorneding –
Am 8. Januar 2026 lud der FDP Kreisverband Ebersberg zum Neujahrsempfang im Gasthof Neuwirt in Zorneding ein. Es kamen zahlreiche Parteifreund:innen und Interessierte. Zu Beginn des Empfangs entsandte die Kreisvorsitzende Britta Voll Grußworte und entschuldigte auch den Kreistags-Spitzenkandidaten und Mit-Kreisvorsitzenden Franz Zitzelsberger, der krankheitsbedingt nicht teilnehmen konnte.
Als erste Rednerin stellte die Kandidatin für die Bürgermeister- und Gemeinderatswahl in Zorneding, Melanie Schaffenroth, ihr Wahlprogramm vor. Seit 2017 in Ortsteil Pöring lebend und in verschiedenen Gremien engagiert, möchte sie den Charakter des „Schlafdorfs“, unter dem viele Zornedinger Bürger leiden, ändern. Ein belebtes Ortsleben ist eine der Prioritäten. Ähnlich wie im Ortsteil Pöring, wo es einen starken Zusammenhalt und Gemeinschaftsaktivitäten gibt, kann dies auch auf die gesamte Gemeinde ausgedehnt werden, in Zusammenarbeit mit Vereinen und Aktionsgruppen z.B. einen Arbeitskreis Jugend Zorneding-Pöring. So können attraktive Angebote zum gemeinschaftlichen Austausch und Aktionen geschaffen werden.

Die Zornedinger Bürgermeisterkandidatin Melanie Schaffenroth stellte einige wichtige Punkte aus ihrem Wahlprogramm vor.

Die Zornedinger Bürgermeisterkandidatin Melanie Schaffenroth stellte einige wichtige Punkte aus ihrem Wahlprogramm vor.
Ebenso ist die Begleitung der Schulen beim Ausbau zur Ganztagsschule wichtig. Hier gibt es schon Planungs-Aktivitäten, an denen Schaffenroth in Workshops bereits teilnimmt. Die Realisierung dieses Projekts wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist für sie die Förderung des ansässigen Gewerbes. Es ist schlicht falsch, wenn Gewerbetätige mangels geeigneter Flächen abwandern und damit wichtige Arbeitsplätze in der Gemeinde verschwinden. So sollen neue Gewerbeflächen ausgewiesen werden. Die Verwaltung soll die Gewerbebetriebe partnerschaftlich unterstützen und offen nach Lösungen suchen. Neben Arbeitsplätzen entstehen so auch neue Einkommensströme aus der Gewerbesteuer, die bei den knappen Finanzen in der Gemeinde dringend benötigt werden.
Ihre juristische und finanzielle Expertise soll Melanie Schaffenroth dabei unterstützen, im beengten Budget der Gemeinde Spielräume zu erzeugen für zukünftige Investitionen.
Aktuelles aus dem Kreistag

Der Kreisrat Alexander Müller berichtete ausführlich über den Kreistag.
Als zweiter Redner gab Alexander Müller, seit 12 Jahren Mitglied des Kreisrats, eine Zusammenfassung der Aktivitäten im Kreis. Der Haushalt ist im Wesentlichen von Investitionen in Schulen bestimmt, wie den Ausbau des Gymnasiums Kirchseeon auf G9 Tauglichkeit (das Gymnasium war ursprünglich auf G8 konzipiert). In Poing wird ein neues Gymnasium gebaut, nach einem neuen Konzept, das relativ einfach „skalieren“ kann. Planungsbasis sind 700 Schüler und nach Bedarf kann das Schulgebäude einfach erweitert werden. Derzeit gibt es leider keine stabilen Planungsdaten für zukünftige Schülerzahlen, so dass diese bautechnische Flexibilität enorm wichtig ist.
Ein weiterer hoher Kostenposten ist das Klinikum Ebersberg München Ost. Obwohl über viele Jahre mit einer schwarzen Null oder sogar Profit gewirtschaftet wurde, ist in den nächsten Jahren ein Defizitausgleich von jährlich 10 Millionen Euro erforderlich. Inwieweit die Krankenhausreform, die vom Bund aus gesteuert wird, hier Abhilfe schaffen kann, steht noch in den Sternen.

Der Neujahrsempfang des FDP Kreisverband Ebersberg war gut besucht.
Eine weitere Priorität im Kreis ist der soziale Wohnungsbau, der in den letzten Jahren aus verschiedenen strukturellen Gründen ins Stocken geraten ist. Dennoch werden insbesondere für das Personal am Kreiskrankenhaus Wohnungen für das Personal benötigt.
Besuch unserer Generalsekretärin
Der Höhepunkt des Abends war der Vortrag der FDP Generalsekretärin Nicole Büttner. Sie ist eine erfolgreiche Gründerin und Unternehmerin im Umfeld von KI Beratung und Entwicklung. Als Mutter von zwei Kindern ist für sie Nachhaltigkeit und Umweltschutz von hoher Bedeutung. Unter dem Motto „Denken wir uns frei“ stellte Büttner die Schwerpunkte des zukünftigen FDP Programms vor.

Die Generalsekretärin Nicole Büttner gab in ihrem Vortrag interessante Denkanstöße.
Als Unternehmerin sieht sie einen großen Bedarf, das „Gitter der Blockaden“ für Wirtschaft und Unternehmen einzureißen. Der Erfüllungsaufwand, um gesetzliche Regelungen zu erfüllen, schlägt in der Wirtschaft mit jährlich 15 Milliarden Euro zu Buche, die Verwaltung derselben erfordert weitere 10 Milliarden Euro. Hier besteht viel Potenzial zur Vereinfachung, was ebenso Genehmigungsprozesse signifikant beschleunigen würde. Damit wird der Wirtschaftsstandort Deutschland attraktiver! Neben zu vielen und widersprüchlichen Regulierungen sind ebenso unsinnige Dokumentationspflichten ein Hemmnis in der gesamten Wirtschaft. Hier kann viel vereinfacht und verbessert werden.
Weiter Fokus ist die Bildung im Sinne eines “Aufstiegsversprechens”. Trotz hoher Ausgaben im Bildungswesen, ist das schlechte Abschneiden Deutschlands bei den PISA-Studien ein großes Problem. Sind doch der Bildungsgrad, Wissen und Fachkenntnisse der wichtigste Rohstoff in einem Land wie Deutschland. Um hier präventiv vorzugehen, sollen die Ausgaben im Grundschulunterricht verdoppelt werden. Damit wird das Basiswissen von Kindern gestärkt und diese automatisch fit für weiterführende Schulen und eine entsprechend qualifizierte Berufsausbildung gemacht.

Die Generalsekretärin Nicole Büttner hatte auch einige interessante Grafiken zur Visualisierung der aktuellen Probleme in Deutschland.
Große Priorität hat der Wohnungsbau. Hohe Auflagen und damit verbundene Kosten haben den Wohnungsbau in eine Negativspirale getrieben. Müssen wirklich für Neubau-Projekte Fahrrad-Stellplatzverordnungen vorgeschrieben werden? Ohne große Konzessionen an Energieeffizienz und natürlich Sicherheit zu machen, ist es möglich zu günstigeren Preisen mehr Wohnraum zu schaffen.
Weniger Regulierung, Streichen von unsinnigen Auflagen etc. führen zu mehr Beweglichkeit in unserem System und zu schnelleren Ergebnissen. Mit den Worten: „Die Liberalen sind die einzige credible Antwort auf mehr Beweglichkeit“ beendete Nicolle Büttner ihren spannenden und abwechslungsreichen Vortrag.
Danach ergab sich eine angeregte Diskussion mit den Anwesenden, auch zum Thema Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung und wie – trotz Einhaltung gesetzlicher Vorgaben im Sinne der Kommunalen Selbstverwaltung – bessere Standards und einheitliche IT/KI Systeme geschaffen werden können.
Fazit: Ein gelungener Jahresauftakt der Landkreis-Liberalen.

Die FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner mit den beiden FDP-Bürgermeisterkandidatinnen Susanne Markmiller aus Kirchseeon (links) und Melanie Schaffenroth aus Zorneding (rechts).
Dez. 21, 2025
Der FDP-Ortsverband Kirchseeon hat im Restaurant Bakali in Kirchseeon seine Aufstellungsversammlung zur Kommunalwahl abgehalten. Mit großer Geschlossenheit und deutlichem Rückenwind für die kommenden Monate wählten die Mitglieder Dr. Susanne Markmiller einstimmig zur Bürgermeisterkandidatin für Kirchseeon. Dr. Markmiller ist Juristin und seit 2020 engagierte Marktgemeinderätin in Kirchseeon. Mit ihrer langjährigen Erfahrung, fachlichen Kompetenz und ihrer tiefen Verbundenheit zur Gemeinde möchte sie die Zukunft Kirchseeons aktiv mitgestalten.
In ihrer Dankesrede betonte Markmiller: „Ich freue mich sehr über das Vertrauen, das mir die Freie Demokratische Partei mit meiner Nominierung zur Bürgermeisterkandidatin entgegenbringt. Diese Aufgabe ist für mich eine Herzensangelegenheit – weil ich fest daran glaube, dass unsere Gemeinde großes Potenzial hat. Unsere Heimat verdient eine Politik, die verlässlich und verbindlich ist. Es braucht klare Ziele, nachvollziehbare Entscheidungen und den Mut, Verantwortung zu übernehmen.“
Weiter führte sie aus:
„Ich möchte unseren Ort mit Augenmaß weiterentwickeln – mit neuen Ideen, aber auch mit dem festen Willen, das zu bewahren, was unsere Gemeinde so besonders macht. Als Freie Demokratin stehe ich für eine Politik, die Freiheit mit Verantwortung verbindet. Mir geht es nicht darum, endlos Konzepte zu diskutieren – sondern gemeinsam mit dem Marktgemeinderat konkrete Lösungen umzusetzen; mit einem lösungsorientierten Blick in die Zukunft und im offenen Dialog mit allen Beteiligten.“
Der FDP-Ortsverband Kirchseeon startet mit einer starken Kandidatin motiviert in den Kommunalwahlkampf 2026. Dr. Susanne Markmiller steht für Pragmatismus, Transparenz und eine lebendige lokale Demokratie. Folgerichtig führt Dr. Markmiller auch die FDP-Liste der zur Wahl stehenden Kandidaten für den Marktgemeinderat an.
Die Liste der FDP-Krichseeon besteht aus folgenden Kandidatinnen und Kandidaten
- Dr. Susanne Markmiller (1)
- Andreas Scherer (2)
- Dr. Sepita Ansari Pir Seraei (3)
- Roland Hildebrand (4)
- Wolfgang Schwarz (5)
- Britta Voll (6)
- Sylvia Höher Schwarz (7)
- Katrin Paech (8)
- Jessica Ansari (9)
- Niko Boßung (10)
- Isabelle Hoffmann (11)
- Fleur Nette (12)
- Iuliia Boßung (13)
- Veit Sieber (14)
- Theodora Wellmann (15)
Die ersten neun Kandidaten werden auf der Gemeinderatsliste bei der Wahl am 8.3.2026 doppelt aufgeführt.
Nov. 16, 2025
Am 12. November hatten wir in Eglharting unsere Landkreis-Aufstellungsversammlung für die Kommunalwahl im nächsten März. Unser gesamter Kreisvorstand ist stolz darauf, dass wir bei dieser Versammlung tatsächlich wieder eine vollständig gefüllte Liste mit 60 Kandidaten für den kommenden Kreistag aufstellen konnten. Wir freuen uns auch, dass unsere Liste eine Frauenquote von fast 42 Prozent hat.
Als Spitzenkandidat wurde unser FDP-Kreisvorsitzender Franz Zitzelsberger gewählt. Seit 14 Jahren arbeitet der Metzger und Industriemeister als Produktionsleiter bei Kugler Feinkost in Parsdorf. Und nun schon seit 25 Jahren leistet er als aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Ebersberg seinen persönlichen Beitrag für das Wohl der Allgemeinheit.

Die FDP-Kreistagsliste wird angeführt von Franz Zitzelsberger aus Ebersberg (links). Auf Platz 2 folgt Susanne Markmiller aus Eglharting und Wolfgang Spieth aus Poing belegt Platz 3.
Die Rechtsanwältin Dr. Susanne Markmiller aus Eglharting belegt Platz 2 der Kreitagsliste. Als amtierende Kreisrätin tritt sie unter anderem dafür ein, dass im Schulhausausbau mit entsprechendem Sachverstand neue Wege gegangen werden.
Platz 3 der Liste belegt der langjährige aktive Kommunalpolitiker Wolfgang Spieth aus Poing. Er ist seit 2002 im Gemeinderat von Poing und war schon mal 2010 bis 2014 im Ebersberger Kreisrat. Zudem ist er bereits seit 53 Jahren Mitglied der FDP.
In der Versammlung wurde natürlich auch diskutiert, ob aus den Reihen der FDP eine Kandidatin oder ein Kandidat für das Amt des Landrates aufgestellt werden soll. Schnell herrschte einhellig die Meinung, auf eine entsprechende Nominierung zu verzichten.
Juli 8, 2025
Verkehrskollaps durch B 304-Brückenbau:
Bei gleichzeitiger DB-Generalsanierung droht totales Chaos

Auf der B304-Autobahnbrücke zwischen Vaterstetten und Haar von Vaterstetten kommend Richtung Haar (Foto: FDP KV Ebersberg)
Der FDP-Kreisverband Ebersberg ist ein weiteres Mal verwundert über die wohl absolut unkoordinierte Vorgehensweise bei der Planung und Kommunikation von Projekten mit Mega-Baustellen. „Natürlich ist uns voll und ganz bewusst, dass die marode Autobahnbrücke der B 304 zügig saniert werden muss“, bekräftigt die liberale Kreisverbandsvorsitzende Dr. Susanne Markmiller, „aber das sollte doch Bitteschön auch im Hinblick auf eine ganz andere Mega-Baustelle koordiniert erfolgen und entsprechend kommuniziert werden. Die Bahn hat nämlich für 2027 eine Generalsanierung der Strecke München – Rosenheim angekündigt, die voraussichtlich eine fünfmonatige Komplettsperrung der Bahnstrecke inklusive S-Bahnen beinhaltet. In Verbindung mit der Brückenbaustelle könnte der gewaltige erforderliche Schienenersatzverkehr entlang der B 304 zu einem totalen Chaos mit Megafrust für unsere S-Bahn-Fahrgäste werden.“
Bislang war der Plan von DB InfraGO, dass die Generalsanierung der Strecke München – Rosenheim von 5.2.2027 bis 9.7.2027 erfolgen soll und danach für weitere fünf Monate die Strecke Rosenheim – Salzburg komplett gesperrt wird. Zwar hat die Gemeinde Kirchseeon auf ihrer Homepage darüber informiert, dass die Generalsanierung unseres Bereichs nun auf das erste Halbjahr 2028 verschoben werden soll, aber genauere Details sind bislang nicht im Internet zu finden.

Kurz vor der B304-Autobahnbrücke zwischen Vaterstetten und Haar von Vaterstetten kommend (Foto: FDP KV Ebersberg)
Im Rahmen der Generalsanierung soll auch die gesamte viergleisige Bahnstrecke auf das digitale Zugsteuerungssystem ETCS (European Train Control System) umgerüstet werden. Dies wird laut den im DB-Dialogforum offengelegten Planungen für den Brenner-Zulauf im Bereich zwischen München und Grafing-Bahnhof nicht nur den Fernverkehr betreffen, sondern auch die S-Bahn-Gleise. Damit steht zu befürchten, dass während der fünfmonatigen Generalsanierung in diesem Bereich nicht nur der Bahn-Fernverkehr komplett zum Erliegen kommt, sondern auch der gesamte S-Bahn-Verkehr. Markmiller warnt: „Selbst wenn die Generalsanierung erst 2028 sein sollte, kollidiert dies immer noch massiv mit dem Neubau der Autobahnbrücke, der ebenfalls erst im Lauf des Jahres 2028 zum Abschluss kommen soll. Traurig, dass die Autobahn GmbH zwar laut Pressemeldungen im Austausch mit der DB InfraGO steht, aber wohl nur bezüglich einer Umleitung für die Fahrradfahrer. Ich hoffe sehnlichst, dass die beiden Mega-Baustellen doch noch terminlich entzerrt werden können!“
Apr. 5, 2025
In Kirchseeon sorgt der plötzliche Trägerwechsel der offenen Ganztagsschule (OGTS) nach wie vor für große Aufregung. Wie bereits in der Süddeutschen Zeitung am 25. März 2025 berichtet, soll der Wechsel eigenmächtig durch den Bürgermeister beschlossen worden sein, ohne den bisherigen Träger einzubeziehen. Die Begründung: hohe Defizitzahlungen der Gemeinde.
Allerdings sei ein Defizitausgleich im Konzept der OGTS nicht vorgesehen – außerhalb des Mitfinanzierungsanteils. Umso mehr sorgt es für Verwunderung, dass die Gemeinde nun doch trotz finanzieller Engpässe bereit ist, weiterhin Defizite auch beim neuen Träger auszugleichen.

Außenansicht der OTGS in Kirchseeon (Foto: FDP Kirchseeon)
Kritik gibt es auch am geplanten offenen Konzept des neuen Trägers. Bei einer Betreuungszahl von 250 bis 300 Schüler*innen in verschiedenen Altersgruppen auf mehreren Stockwerken stellen sich Fragen zur Aufsicht und Sicherheit. Wie soll verhindert werden, dass sich Kinder unbeobachtet vom Schulgelände entfernen? Gerade für Erstklässler sei ein solcher Ansatz kaum tragbar – sie benötigen feste Bezugspersonen und einen geregelten Tagesablauf.
Zudem bleibt ungeklärt, wie der neue Träger den ab 2026 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erfüllen will. Falls die Vorgaben nicht eingehalten werden, könnten auf die Gemeinde weitere Kosten zukommen.
Die FDP Kirchseeon fordert eine transparente Klärung dieser offenen Fragen und lehnt ein offenes Konzept in dieser Größenordnung entschieden ab. Zudem bleibt fraglich, warum der bisherige Träger, mit dem viele Eltern offenbar zufrieden sind, überhaupt ausgetauscht werden soll, wenn auch der neue Träger zusätzliche Gelder braucht.
Apr. 2, 2025
Unsere Kirchseeoner FDP-Gemeinderätin Susanne Markmiller macht sich vollkommen zurecht Gedanken über den Sinn oder eher Unsinn eines Bürgerrates auf kommunaler Ebene, so wie er jetzt in ihrer Gemeinde etabliert werden soll:
„Ein Bürgerrat ist doch toll, weil er mehr Bürgerbeteiligung ermöglicht. Ist das immer erstrebenswert?
Nein! Denn das schafft Probleme bei der Legitimation und demokratischen Rechtfertigung, wie wir heute lehrbuchmässig im Gemeinderat beobachten konnten:

Gedanken zum Thema Bürgerrat auf Kommunalebene
Die Grundfrage lautet: wie setzt sich dieses Gremium zusammen und wieviele Bürger aus welchen Ortsteilen werden aufgefordert mitzumachen. Ab jetzt wird es kompliziert:
Unsere Gesetzväter und Gesetzesmütter haben sich anno dazumal nach reiflicher Überlegung für eine repräsentative Demokratie auch auf kommunaler Ebene entschieden. Sie haben damit eine Grundentscheidung zu Gunsten des Gemeinderates bei der Aufstellung von Bauleitplänen getroffen. Weder in der GO noch im BauGB findet sich ein Bürgerrat, dafür aber eine originäre Zuständigkeit des Gemeinderates sowie jede Menge Beteiligung von Bürgern und Vertretern im Aufstellungsverfahren.
Warum jetzt ein Bürgerrat trotz dieser nicht befriedigend zu lösender Detailfragen? Wir verspielen uns damit meines Erachtens das Vertrauen in unsere repräsentative Demokratie und entmachten uns das eigentlich zuständige Gremium selbst. Dass das Ganze schon wieder ein bürokratischer Feldaufschwung ohne Not ist, durfte jedem einleuchten.“