Schnelles Internet in Markt Schwaben – nicht schnell genug

FDP Markt Schwaben fragt nach

Nachtrag (02.05.2018): Nun hat die Telekom das schnelle Netz fertiggestellt und die Bürger von Markt Schwaben können es endlich nutzen – wenn sich dann aber Vertreter der Gemeinde jetzt mit diesem verbesserten Internet-Angebot schmücken wollen, mutet das doch eher befremdlich an – handelt es sich doch um einen Ausbau der Telekom in Eigenleistung, für den die Marktgemeinde praktisch nichts getan hat. Die Strategie des Aussitzens mag zwar aufgegangen sein, führte aber dazu, dass die Markt Schwabener in der Region letztlich als eines der Schlusslichter beim Ausbau einer schnellen Internetverbindung dastanden.
Nachtrag (09.09.2017): Ende März 2017 hat die Telekom den Breitband-Ausbau mit Glasfaser und Vectoring endlich auch in Markt Schwaben gestartet. Damit steht dann ca. 12 Monate nach Start des Ausbaus schnelles Internet mit bis zu 100 MBit/s zur Verfügung. Es wird aber auch Zeit – Markt Schwaben ist einer der letzten größeren Orte in der Gegend, der in weiten Teilen nur mit max. 16 MBit/s versorgt wird. Dass die Gemeinde dann einige entlegene Ecken doch noch selbst mit (gefördertem) Glasfaser-Ausbau versorgen will, ist zwar richtig, aber kommt zu spät und geht an den meisten Haushalten ohnehin vorbei.

(21.05.2015) Im November 2012 konnte der damalige bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) „grünes Licht für schnelles Internet in ganz Bayern“ melden – die EU-Kommission hatte die entsprechende Förderung im Freistaat genehmigt. Doch erst im Juli 2014 wurde die Breitbandrichtlinie verabschiedet und dem Kreis Ebersberg vom Finanzministerium eine konkrete Summe von knapp 15 Millionen Euro als Höchstbetrag für das Förderprogram zugesagt. Dabei ist ein schneller flächendeckende Ausbau von Breitband-Internet mit mindestens 50 MBit/s nach Meinung der Freien Demokraten aus mehreren Gründen dringend erforderlich:

  • Eine hohe verfügbare Internet-Bandbreite ist ein wichtiger Standortvorteil (oder eben Nachteil, wenn sie fehlt), besonders für kleinere Gewerbebetriebe und Freiberufler abseits von Büroparks und Industriegebieten.
  • Schnelle Internetanbindung ist die Voraussetzung für Tele-Arbeit und Home Office im modernen Berufsleben und spart manche Pendlerfahrt, unterstützt damit also indirekt auch die Energiewende (gar nicht fahren ist schließlich noch besser als ein Elektro-Auto).
  • Durch langsame Internetverbindungen wird gerade in unserer heutigen Informationsgesellschaft insbesondere auch die Aus- und Weiterbildung regelrecht „ausgebremst“.
  • Nicht zuletzt wird das Netz auch im privaten Unterhaltungsbereich immer stärker gefordert, sei es für Utra-HD TV oder auch für Online-Spiele.

In Markt Schwaben scheint das Verfahren aber nur relativ langsam voranzugehen. Nach dem Beginn der Bestandsaufnahme im August 2014 erfolgte im September der zweite Schritt, die Bekanntmachung der Markterkundung. Die Antworten der verschiedenen Anbieter sollten im Oktober 2014 bereits vorliegen – die Frist musste allerdings auf deren Antrag verlängert werden, so dass offenbar bis heute noch kein Ergebnis vorliegt, mit dem man dann in ein Auswahlverfahren gehen könnte.

Auf der Bürgerversammlung in Markt Schwaben am 20.05.2015 wollte der FDP-Ortsversitzende Florian Delonge nun die konkrete Planung in Erfahrung bringen, nachdem in Nachbargemeinden wie Poing oder Forstinning bereits erste Zusagen der Telekom für den Ausbau des Netzes vorliegen, ohne dass dazu eine eigene Investition der Gemeinde erforderlich wäre. Auch Anzing hat durch eine frühzeitige Ausschreibung den kostenfreien Ausbau des Netzes im Ort bereits erreicht. Bürgermeister Hohmann gab der Versammlung zwar ausführlich Auskunft, einen festen Termin konnte aber auch er nicht nennen. Er halte die Internet-Versorgung im übrigen bereits für gut (wenn auch nicht sehr gut), auch im Vergleich mit den anderen Gemeinden. Stattdessen konterte er mit dem Hinweis, dass nur sehr wenige Bürger aus Markt Schwaben sich bisher bei ihm nach einem schnelleren Internet-Zugang erkundigt hätten – und die großen Unternehmen hätten ja ohnehin ihre Standleitungen.

Aus Sicht der Freien Demokraten sollte der Breitbandausbau in der Gemeinde allerdings mit mehr Nachdruck verfolgt werden. Die wettbewerblichen Bedenken bei Einsatz der sog. Vectoring-Technologie auf Kupferkabeln (VDSL2 der Telekom) sind zwar bekannt und natürlich wäre ein Glasfaserausbau wohl zukunftssicherer; aber bis dieser – auch angesichts der Finanzlage in Markt Schwaben – erreicht wäre, haben die Wireless-Technologien möglicherweise längst alle Kabel überholt. Deshalb wäre es falsch, das Thema jetzt vor sich her zu schieben. Gerade das erklärte Ziel einer Ansiedlung von weiteren Gewerbetreibenden setzt sehr wohl eine entsprechende Infrastruktur voraus: Bei einem Anteil von derzeit ca. 80% Einzelunternehmern werden sich wohl kaum alle eine Standleitung leisten wollen bzw. können. Dem FDP Ortsverband ist mindestens ein Fall eines Dienstleistungsunternehmens aus einer Nachbargemeinde bekannt, dessen Inhaber Markt Schwaben schon alleine aus diesem Grund für die Wahl eines erweiterten Standortes gar nicht erst in Betracht ziehen wollte. Und von den privaten Haushalten, vor allem jenen, die nicht im überschaubaren Einzugsbereich der Kabelversorgung liegen, wird wohl mehr als eine Handvoll entsprechendes Interesse an einem deutlich schnelleren Internet-Zugang haben.

Delonge meint dazu: „Die angegebenen Geschwindigkeiten sind ohnehin theoretische Maximalwerte, die in der Praxis selten oder nie erreicht werden. Die für Datenübertragung verfügbare Bandbreite reicht schon heute oft nicht mehr aus und wird bald völlig unzureichend sein“. Daher fordert die FDP Markt Schwaben alle Bürger der Marktgemeinde dazu auf, ihren Bedarf anzumelden – wer sich nicht direkt an den Bürgermeister wenden will, kann dies auch gerne dem FDP Ortsverband Markt Schwaben mitteilen; dort wird man sich um die Weiterleitung der gesammelten Anfragen kümmern, damit der Breitbandausbau in Markt Schwaben dann vielleicht doch bald Realität wird!

Quellen:
Bayerisches Breitbandzentrum – www.schnelles-internet-in-bayern.de
Infoseite des Landkreises und Planungsbüros – https://www.breitband-lk-ebersberg.de/


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